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Presse

DAAD-gefördertes Forschungsprojekt gibt Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Wirtschaft erstmals verlässliche Informationen

Für viele Akteurinnen und Akteure in Politik und Wirtschaft gleicht Afghanistan in großen Teilen einem weißen Fleck auf der Landkarte. Der neue „National Atlas of Afghanistan“ will dies ändern – denn nur wer verlässliche Informationen hat, kann tragfähige Entscheidungen treffen. In einem vom DAAD geförderten Projekt haben Geographinnen und Geographen der JLU mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Afghanistan unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Dittmann an einer aktuellen Datensammlung zur physischen, ökonomischen und politischen Geographie des Landes gearbeitet. Diese Informationen stehen nun in einem mehr als hundert Seiten starken Nationalatlas gesammelt zur Verfügung.

 

Nationalatlanten sind komplexe geographische Atlanten einzelner Länder, die eine Zusammenfassung und Auswertung der gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisse von der physischen, ökonomischen und politischen Geographie des betreffenden Landes enthalten. Ziel der vom DAAD geförderten Kooperation war es, die afghanischen Geographen wissenschaftlich bei der Erstellung des jetzt vorgestellten Nationalatlas zu unterstützen. Beteiligt an dem interdisziplinären Großprojekt waren Vertreterinnen und Vertreter der Universität Kabul und vom Afghanischen Ministerium für Geodäsie und Kartographie (Afghan Geodesy and Cartography Head Office).


„Ich bin sehr froh, dass es dem Gießener Geographenteam gelungen ist, gemeinsam mit den internationalen Partnerinnen und Partnern ein Werk vorzulegen, das von großem Wert für die eigene nationale Identitätsfindung und den Prozess der Nationenbildung in Afghanistan ist“, ergänzte JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, zugleich DAAD-Vizepräsident.

Zu dem im Nationalatlas gesammelten Wissen gehören etwa zentrale Daten über Eisenbahnlinien und Elektrizitätswerke ebenso wie detaillierte Fakten zu Standorten von Postämtern oder der Verteilung von Rohstoffen. Darüber hinaus bietet der Nationalatlas Daten zur Tier- und Pflanzenwelt des Landes.

Der Nationalatlas wurde im Rahmen des wissenschaftlichen Symposiums „Afghan-German Academic Cooperation in Geography. Results of the first and Perspectives on the second Decade” im Dezember an der JLU vorgestellt. Dabei diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Iran, aus Afghanistan, Indonesien und Pakistan mit ihren deutschen Gastgebern. Ziel war es, Leitlinien für die weiteren Strategien der internationalen Zusammenarbeit festzulegen. Die Erfahrungen aus der ersten Dekade der erfolgreichen wissenschaftlichen Kooperation zwischen Afghanistan und Deutschland wurden dazu ausgewertet, die verschiedenen nationalen Perspektiven eingebracht.
Die internationalen Gäste berichteten über ihre Erfahrungen im Ausbau von Forschung und Lehre in ihren Ländern, tauschten sich aus über das Verhältnis zwischen dem Iran und Afghanistan und trugen die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeiten vor.

JLU / UNIFORUM (2015): Wissen für den Wiederaufbau von Afghanistan. In: Uniforum Nr. 1/2015. S. 7

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