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Erstmals sind 2008 auch Geographie-Studenten in die Kooperationsaktivitäten zwischen afghanischen und deutschen Universitäten einbezogen worden. Insgesamt konnten 10 studentische Teilnehmer, fünf Studentinnen und fünf Studenten, von drei verschiedenen afghanischen Universitäten eingeladen werden. Für die Teilnehmer von der Kabul University, der Herat University und der Balkh University in Mazar-i Sharif war eine entsprechende Anzahl von Plätzen bei der „Gießen Summer School 2008“, die vom 28. August bis zum 28. September dauert, reserviert und vom akademischen Auslandsamt der Universität Gießen gesponsert worden.

summerschool2008

Die Teilnehmer an der „Gießen Summer Academy 2008“ und der „Gießen Summer School 2008“ aus Iran, Afghanistan und Deutschland bei einer gemeinsamen Lahn-Dill-Bergland-Exkursion auf Schloss Braunfels

Die Geographie-Studenten wurden an ihren Heimatuniversitäten nach ihren Studienleistungen ausgewählt. Alle gehören zu den jeweils Jahrgangsbesten. Dennoch war das Auswahlverfahren für die afghanischen Kollegen angesichts der überwältigenden Vielfalt von Bewerbern nicht ganz einfach. Zudem musste darauf geachtet werden, dass eine klare Kontingentierung nach Universitätsstandorten (vier aus Kabul, drei aus Herat und drei von der Balkh-Universität) eingehalten wurde, da sich die regionalen Disparitäten in Afghanistan auch im Bildungsstandard niederschlagen und bei einer landesweiten Auswahl der insgesamt Besten der jeweiligen Jahrgänge die Bewerber von den sog. „Provinzuniversitäten“ nur wenige Chancen gehabt hätten. Auch auf afghanischer Seite steht die Entwicklung des Bewusstseins und des Erkennens der Notwendigkeit einer Ausweitung der landes-weiten, auch andere als die Kabul University umfassenden, Kooperationen noch vor einer Fülle von neuen Herausforderungen. Bewusst waren der Beginn beider Veranstaltungen, der „Gießen Summer School 2008“ für die Studenten und der „Gießen Summer Academy 2008“ für die Professoren, so gelegt worden, dass beide Veranstaltungen zeitgleich beginnen und zusätzlich einige gemeinsame Konferenztage vorgeschaltet werden konnten. Dies hat vor allem den Studierenden, von denen viele erstmals im Ausland und alle zum ersten Mal in Europa sind, den Einstieg in das Kennenlernen einer völlig anderen (Universitäts-) Kultur sehr erleichtert. Fortgeschrittene Geographie-Studenten aus Kabul und Herat, deren Bachelor-Abschluss an ihren Heimatuniversitäten unmittelbar bevorsteht, haben bereits angekündigt, sich anschließend um einen Studienplatz an der Universität Gießen zu bewerben. Am besten geeignet erscheint dafür derzeit der am Gießener „Zentrum für Internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU)“, unter wesentlicher Mitwirkung von Lehrenden aus der Geographie angebotene Studiengang „Master of Transition Studies“, der sich als innovativer, englischsprachiger Studiengang vor allem an ausländische Studierende aus Entwicklungs- und Schwellenländern richtet.